Schwerpunkt Weltraum und selbstfahrende Autos

Das Verhältnis zwischen Hannes Androsch und der SPÖ ist schon lange angespannt. Doch am Montag wetzte der Industrielle bei einer Pressekonferenz mit Infrastrukturminister Gerald Klug ausnahmsweise keine Messer. Die beiden präsentierten gemeinsam mit Forschungsvertretern ihre Vision vom Forschungs- und Industrie-Standort Österreich.

Weltraumindustrie

Der Ausgangspunkt ist gut: Österreich hat nicht nur starke Leitbetriebe, sondern auch einen gut entwickelten Sektor an kleinen und mittleren Unternehmen. Diese ergattern einen größeren Anteil vom Kuchen der öffentlichen Forschungsgelder als anderswo. Künftig will sich Österreich noch stärker im Hightech-Segment positionieren: in der Weltraumindustrie oder beim automatisierten Fahren zum Beispiel. Smart Grids (intelligente Stromnetze) sollen genauso gefördert werden wie hochpräzise Sensoren für Fahrerassistenzsysteme oder neue Materialien für die Autoindustrie. Auch digitale Sicherheit ist ein großes Thema.

Immer mehr Arbeiten würden künftig von Robotern verrichtet, sagte Androsch – etwa Asphaltieren oder Hilfe beim Umbetten von Pflegepatienten. Dadurch würden Arbeitsplätze wegfallen, aber neue, hoch qualifizierte geschaffen. Eine weitere Erhöhung der Akademikerquote sei daher wichtig, ergänzte Minister Klug.

Die Netze – Straße, Schiene, flächendeckendes Breitband – sollen mit insgesamt 25 Milliarden Euro in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

Investitionsmüdigkeit

Und zum Schluss kam dann doch noch leise Kritik von Androsch (der auch AIT-Aufsichtsratspräsident ist): Die Innovationsdynamik habe sich verlangsamt. Es gebe eine Investitionsmüdigkeit von Unternehmen, die unter der hohen Bürokratie und den steigenden Lohnstückkosten leiden.

Nun verspricht Klug eine „Stärkung der industriellen Basis“. Bis Herbst will er ein gemeinsam mit den Forschungsinstituten erarbeitetes Förderkonzept vorlegen.

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