Ausgezeichnete Schlaganfallstation: Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz rezertifiziert

Höchste Standards in der Versorgung von Schlaganfallpatienten

Bei einem akuten Schlaganfall kommt es auf eine schnelle und kompetente medizinische Akutversorgung an. Denn in jeder Minute, in der nicht gegengesteuert wird, sterben Gehirnzellen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe haben jetzt die Stroke Unit der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz als überregionale Stroke Unit erneut rezertifiziert. Die Akutversorgung von Schlaganfällen – als primäre Aufgabe der Stroke Unit – zeichne sich durch hohe Qualitätsstandards aus, so die DSG. Positiv hervorgehoben wurde zudem die professionelle und hochqualifizierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen, die in der Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz interagieren.

Bei einem akuten Schlaganfall ist schnelles Handeln gefragt. In jeder Minute, in der ein Schlaganfallpatient nicht behandelt wird, gehen rund zwei Millionen Nervenzellen und zwölf Kilometer Nervenfasern verloren. Deshalb ist die Akutversorgung von Schlaganfällen von elementarer Bedeutung. Mitentscheidend für eine optimale Akutversorgung ist ein interdisziplinäres und interprofessionelles Team, das rund um die Uhr für die Patienten da ist. Dieses Team ist Teil einer speziell ausgestatteten medizinischen Einheit, der sogenannten „Stroke Unit“ (Schlaganfall-Station). Zu diesem Team zählen an der Universitätsmedizin Mainz neben den neurologischen Fachärzten und speziell geschultem Pflegepersonal der Stroke Unit auch Kooperationspartner der Neuroradiologie, der Neurochirurgie, der Gefäßchirurgie, der Kardiologie und der Herz-, Thorax-, und Gefäßchirurgie. Insgesamt verfügt die Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz über die erforderliche Logistik, um Schlaganfallpatienten schnell und kompetent zu versorgen, geht aus dem Auditbericht der unabhängigen Expertenkommission hervor.

Besondere Erwähnung findet im Auditbericht der DSG darüber hinaus die Qualität der Pflege: „Der Qualifikationsgrad im Pflegedienst ist sehr hoch.“ Des Weiteren geht der Auditbericht auf einen zentralen Aspekt der Versorgung von Schlaganfallpatienten ein: Die Kommunikation zwischen erstversorgender Stroke Unit und weiter behandelnden Arztpraxen. „Sehr gute, knappe Arztbriefe“ hatten die Auditoren in der Stroke Unit vorgefunden. Arztbriefe enthalten beispielsweise Informationen zur Entlassungsmedikation und sind elementar für die nahtlose Versorgung eines Patienten durch weiterbehandelnde Haus- oder Fachärzte. Insgesamt kommt der Auditbericht zum Ergebnis, dass „die positive Weiterentwicklung der Stroke Unit gut nachvollzogen werden“ konnte.

„Die Rezertifizierung der Stroke Unit dokumentiert die von uns gelebte intensive und ausgesprochen erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Akutversorgung des Schlaganfalls. Für unsere Patienten geht von der Rezertifizierung ein wichtiges Signal aus und gibt ihnen Vertrauen in unsere Einrichtung. Darüber hinaus sehen wir uns darin bestärkt, alles daran zu setzen, das uns bescheinigte hohe Qualitätsniveau in der Versorgung von Schlaganfallpatienten zu erhalten und wenn möglich auszubauen“, sagt der Geschäftsführende Stellvertreter und Leiter der Stroke Unit der Klinik und Poliklinik für Neurologie, PD Dr. Klaus Gröschel.

„Seit ihrer Einrichtung im Jahr 1999 haben rund 17.000 Patienten die Hilfe der Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz in Anspruch genommen. Damit sind wir auf Landesebene der größte Leistungserbringer bei der Akutversorgung von Schlaganfällen. Die Rezertifizierung ist ein Beleg für die hohe Qualität der Behandlungsabläufe in unserer Stroke Unit. Auch bestätigt sie die besondere Qualifikation des ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Personals in diesem Bereich der Patientenversorgung“, unterstreicht die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Babette Simon.

 

Kontakt

PD Dr. Klaus Gröschel
Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-7156, Fax 06131  17-47 5697
E-Mail: klaus.groeschel@unimedizin-mainz.de
Homepage: www.unimedizin-mainz.de/neurologie

 

Pressekontakt

Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131  17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz

An der Universitätsmedizin Mainz gibt es bereits seit dem Jahr 1999 eine Stroke Unit beziehungsweise Schlaganfall-Einheit. Dort werden jährlich etwa 1200-1300 Patienten behandelt. Sie ist der Klinik und Poliklinik für Neurologie angeschlossen und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur internistischen Notaufnahme, den Intensivstationen und der Computertomographie. Dies erlaubt die schnelle interdisziplinäre Versorgung kritisch kranker Schlaganfallpatienten durch die verschiedenen Fachdisziplinen Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie, Kardiologie und Herz-, Thorax-, und Gefäßchirurgie. Innerhalb der Stroke Unit stehen zwölf Betten zur Verfügung mit der Möglichkeit der Intensivüberwachung aller wichtigen Vitalparameter. Daneben besteht in der Klinik und Poliklinik für Neurologie eine besondere Erfahrung mit der Lyse- und Trombektomietherapie bei Schlaganfallpatienten. Dabei werden in den ersten viereinhalb Stunden nach einem Schlaganfall Blutgerinnsel in der Hirnarterie durch eine Infusion mit dem Enzym Alteplase aufgelöst, oder zusätzlich mittels kleiner Katheter das Gefäß verstopfende Blutgerinnsel entfernt. Die Behandlung der Patienten orientiert sich an den nationalen und internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften. Sie berücksichtigt die Schwere der Erkrankung sowie das individuelle Risiko des Patienten. Das ärztliche und medizinische Personal ist entsprechend geschult, und die Abteilung technisch hochwertig ausgestattet.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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